Tagungen

XVIII. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes, 27. - 29. März 2009 Stara Zagora

Bericht (Word, 72 KB)
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XIV. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer, 3. - 8. August 2009, Jena - Weimar

http://idt-2009.de


Internationale LehrerInnenfortbildung für Deutsch als Fremdsprache 2009 in Österreich

Informationsblatt (Word, 85 KB)


Die XVII. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes 11. – 13. April 2008, Pleven

Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht Effektiv Attraktiv Europaisch



Uber 170 DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus dem ganzen Land kamen in Pleven, der Stadt der Museen, zusammen, wo die Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes in diesem Jahr stattfand. Die Tagung wurde unter der Schirmherrschaft Seiner Exellenz Herrn Dr. Klaus Fabjan, Botschafter der Republik Osterreich in Bulgarien, durchgefuhrt. Die Organisation vor Ort ubernahm das Staatliche Finanz- und Wirtschaftsgymnasium “Intellekt” Pleven.

Die offizielle Eroffnung fand im Saal “Katja Popova” statt, wo alle TeilnehmerInnen von der Vorsitzenden des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes, Frau Doz. Dr. Daniela Stoytcheva, herzlich willkommen gehei?en wurden. Begru?ungsworte an die Anwesenden richteten auch Herr Najden Zelenogorski (Burgermeister von Pleven), S.E. Herr Dr. Klaus Fabjan (Botschafter der Republik Osterreich), Herr Ferdinand von Weyhe (Kulturreferent, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland), Herr Dr. Burkhard Issel (Goethe-Institut Bulgarien), Herr Dr. Wolfgang Glasker (Hanns Seidel-Stiftung Bulgarien).

Danach konnten alle das ausgezeichnet gestaltete und vorgetragene Programm der SchulerInnen des Fremdsprachengymnasiums Pleven und der SchulerInnen des Staatlichen Finanz- und Wirtschaftsgymnasiums “Intellekt” Pleven genie?en.

Das erste Plenarreferat hielt Herr Prof. Dr. Ulrich Ammon (Universitat Diusburg, Deutschland) zum Thema „Sprachen und Sprachlernziele in der EU“.

Herr Prof. Dr. Paul Portmann-Tselikas (Universitat Graz, Osterreich) prasentierte das zweite Plenarreferat “Perspektiven auf Grammatik. Lerner- und lernbezogene Aspekte des Grammatikunterrichts”.

Der zweite Tag war fur die Sitzungen der Arbeitsgruppen vorgesehen. Im Folgenden wird uber die Ergebnisse der Arbeitsgruppen kurz berichtet:

AG 1: Sprechfordernde Techniken und Aktivitaten im DaF-Unterricht, geleitet von Herrn Dr. Burkhard Issel (Goethe-Institut Bulgarien) und Frau Ljubov Mavrodieva (Goethe-Institut Bulgarien)

Ausgehend von der „strategischen“ Bedeutung, die der Entwicklung der mundlichen Kompetenz im Lernprozess zukommt, wurden im Workshop folgende Fragen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen bearbeitet:

  • Was kann man im Unterrichtsalltag tun, um die Sprechanteile der Lernenden zu erhohen?
  • Wie geht man mit der Sprechangst der Schulerinnen und Schuler im Unterricht um?
  • Welche sprechfordernde Aktivitaten konnen im Unterricht eingebaut werden, um die Lerner zum Sprechen zu ermutigen?

In diesem Sinne wurden einige sprechfordernde Techniken durchgespielt und besprochen sowie Strategien, wie man Deutschlernende zum Sprechen animiert, zur Diskussion gestellt. Mit Hilfe von Selbsterfahrung und Austausch wurden den TeilnehmerInnen weitere Instrumente in die Hand gegeben, mit denen die Aktivitat des Sprechens beim Lehrer uberflussig wird und an die Lerner ubergeleitet wird.

AG 2: Literarische Texte, dramapadagogisch vermittelt, geleitet von Frau Dr. Elektra Tselikas (Graz, Osterreich)

Die Arbeit in der AG verfolgte das Ziel zu zeigen, wie Sprache, Sprachgefuhl und Textverstandnis durch den Einbezug des Korpers, der Stimme und der Gestik, sowie durch das adaquate Handeln im Rahmen bestimmter Situationen vermittelt werden konnte.

Die TeilhnehmerInnen erhielten die Gelegenheit, anhand eines Kafka-Textes zunachst durch eigenes Handeln die Dramapadagogik am eigenen Leib zu erfahren. Anschlie?end wurden im Rahmen einer Diskussion Fragen beantwortet und die Prinzipien des Aufbaus dramapadagogischer Stunden erlautert.

Die Dramapadagogik verhilft den Lernenden, ausgehend von ihren Lebenserfahrungen sich an ein Stuck deutscher Literatur anzunahern. Auf diese Weise konnen sie ein Verstandnis fur die sprachlichen, sozialen und geschichtlichen Umstande entwickeln, in welchen das literarische Stuck entstanden ist. Neben dem literarischen wird auch ein kulturelles Verstandnis vermittelt.

AG 3: Deutschsprachiger Fachunterricht in der Primarstufe oder wie wir die Motivation ins Klassenzimmer bringen, geleitet von Frau Bistra Zaneva und Frau Spasinka Dimitrova (Primartrainerinnen von Goethe-Institut Bulgarien)

Kurz vor dem internationalen Tag des Baums setzten sich die TeilnehmerInnen mit dem Thema „Der Baum“ intensiv auseinander. In einer angenehmen Atmosphare wurde der kleinschrittige Prozess vom allgemeinen zum speziellen Wissen veranschaulicht und auf die Bedeutung des sachorientierten Deutschunterrichts hingewiesen. Die TeilnehmerInnen au?erten ihre Uberzeugung, dass der sachorientierte Unterricht die Kinder motiviert und ihnen die Moglichkeit gibt, die Vielfalt ihrer Umwelt sprachlich zu erleben. Diese Umwelt sollte aber auch als Ganzheit gesehen werden: Es wurden vielfaltige Anregungen fur einen fantasievollen Einsatz von Bildern, Liedern, Bastelideen, Bewegungsspielen und sogar logischen Aufgaben als Rede- und Handlungsanlass angeboten. Diese Anregungen wurden zum gro?en Teil in Partner- und Gruppenarbeit ausprobiert und sie haben die Kreativitat der TeilnehmerInnen provoziert. In der Evaluationsphase erstellte man eine Rangliste von Sachthemen, die zur facherubergreifenden Arbeit in der Primarstufe besonders gut geeignet sind. Es wurde betont, dass sich dadurch die kleinen Schuler angesprochen fuhlen, aktiv mitzumachen und ihre starken Seiten zur Geltung zu bringen.

AG 4: Grammatik im Zeichen der Mehsprachigkeit: uben – spielen – sprechen – fuhlen, geleitet von Frau Galinka Toncheva und Frau Dimitrina Gergova (Teachertrainerinnen von Goethe-Institut Bulgarien)

Der Workshop gab 20 LehrerInnen aus verschiedenen Schultypen und Klassenstufen die Moglichkeit, die theoretischen Ausfuhrungen im Plenarreferat von Prof. Dr. Paul Portmann-Tselikas in die Praxis umzusetzen. Nach einer Thesendiskussion zu den Besonderheiten der Grammatikarbeit in Deutsch als Folgefremdsprache bearbeiteten die TeilnehmerInnen in Gruppen Arbeitsblatter zur Einfuhrung verschiedener grammatischer Strukturen. Dabei ging es um das bewusste Vergleichen und Besprechen der Ahnlichkeiten und Unterschiede zwischen den gelernten Sprachen, um das SOS-Prinzip, das die Regelformulierung seitens der Lernenden ermoglicht, und um Vermittlung von Sprachverarbeitungsstrategien, ein wichtiges Instrument zur Forderung des selbstandigen Lernens.

Im zweiten Teil des Workshops konnten die TeilnehmerInnen selbst eine der Formen des autonomen Lernens, „Stationenlernen“, ausprobieren und uber ihre Vor- und Nachteile reflektieren. Durch verschiedene Spiele, wie Domino, Duell, Puzzle, Memospiel, Auf-den-Rucken-schreiben und attraktive Aufgaben haben sie erprobt, wie das Uben und Wiederholen im Grammatikunterricht interessanter werden kann, und hatten dabei viel Spa?.

AG 5: Interkulturell lernen – effektiv handeln, geleitet von Frau Nina Kolarova und Frau Tzvete Genadieva (Teachertrainerinnen von Goethe-Institut Bulgarien)

Im Europaischen Jahr des interkulturellen Dialogs haben sich fur das Thema des interkulturellen Lernens TeilnehmerInnen aus Deutschland, Bulgarien und Makedonien entschieden.

Der Schwerpunkt wurde auf den Aufbau von Strategien im Umgang mit der fremden Kultur gesetzt. Der Hauptgedanke, dass der Erwerb von Fahigkeiten zum erfolgreichen Handeln im fremdkulturellen Umfeld die Lernenden leichter fur die eigenen Kulturbesonderheiten sensibilisiert, so dass sie interkulturelle Missverstandnisse als solche erkennen und thematisieren, und dementsprechend ihre eigene Denk- und Verhaltensweise andern konnen, hat alle Phasen der Arbeit im Workshop durchdrungen.

AG 6: Neue Konzeption im Fremdsprachenunterricht in der Slowakei und der narrative Einsatz im Unterricht, geleitet von Frau Beata Menzlova (Slowakei)

“Der Unterricht in einer Fremdsprache muss in der Grundschule von kindgema?en Lernformen ausgehen, die stark handlungsorientiert sind. Wo immer es moglich ist, sollte kommunikativ unterrichtet werden und das Lernen im Zentrum des Unterrichtsprozesses stehen.” Das war die Hauptidee, die der Arbeit im Workshop zugrunde lag.

Im ersten Teil wurden der Deutschlehrerverband, die Verbandsarbeit unter der Leitung von Frau Dr. Helena Hanuljakova und die neue Konzeption im Fremdsprachenunterricht in der Slowakei kurz vorgestellt.

Im zweiten Teil wurden praktische Beispiele mit der narrativen Methode gezeigt:

  • wie man mit kleinen, spannenden Geschichten im Unterricht in der Grundschule arbeiten kann,
  • wie man durch das Spiel das Verstandnis der Geschichten und die Bedeutung von Strukturen aufbauen kann,
  • wie die Kinder kleine Teile der Geschichte ubernehmen und die Strukturen umsetzen.

AG 7: Vielfalt im DaF-Unterricht – Medieneinsatz leicht gemacht, geleitet von Frau Martina Bartucz (Deutschland)

Im ersten Teil der Arbeitsgruppe wurden zunachst gemeinsam Begrifflichkeiten geklart (Unterrichtsmedien, traditionelle Medien, neue und neueste Medien etc.) Detailliert eingegangen wurde auf die Moglichkeiten des Computereinsatzes im FS-Unterricht. Dabei ging es weniger um einen Vortrag, sondern um eine gemeinsame Erarbeitung im Gesprach. In einer Pro&Contra-Diskussion zu Multimedia im Fremdsprachenunterricht wurden Vor- und Nachteile herausgearbeitet. Das letzte Thema vor der Pause war der Arbeit mit dem Video gewidmet. Gemeinsam wurden Unterrichtsvorschlage unterbreitet und Erfahrungen zum Videoeinsatz ausgetauscht.

Der zweite Teil der Arbeitsgruppe hatte eine praktischere Ausrichtung. Am Beispiel von Lehrwerkskomponenten zu studio d des Cornelsen Verlags wurde die Arbeit mit einem interaktiven (Selbst-)Lernprogramm, einer white board–Version einer Unterrichtseinheit, einer interaktiven Unterrichtsvorbereitung mit Arbeitsblattgenerator demonstriert und gleichzeitig der Mehrwert fur den Lehr- und Lernprozess diskutiert.

AG 8: Der Ubergang vom Rezeptiven zum Produktiven: vom Lesen zum Schreiben und Sprechen auf der Grundlage von literarischen Texten, geleitet von Frau Biljana Kortoseva (Makedonien)

Im Workshop wurden mit den TeilnehmerInnen, DeutschlehrerInnen aus verschiedenen bulgarischen Schulen und Universitaten, folgende Fragen behandelt:

  • Wie kann man das Leseverstehen im Unterricht effektiv uben?
  • Warum eignen sich literarische Texte gut fur den DaF-Unterricht?
  • Wie kann man die Schreibkompetenz der Schuler von Anfang an systematisch aufbauen?
  • Wie kann man auf der Grundlage literarischer Texte strukturierende Schreibubungen vorbereiten?
  • Andere Moglichkeiten zur Steuerung von Textproduktion (das Konzept vom Wort zum Satz zum Text, pantomimische Darstellung als Schreibanlass usw.)
  • Wie kann man auf der Grundlage literarischer Texte die Sprechfertigkeit entwickeln?

Nach dem Kennenlernenspiel und dem Erfahrungaustausch hatten die TeilnehmerInnen die Moglichkeit, an Stationen zu arbeiten. Es wurden 6 Stationen aufgebaut, an jeder Station gab es einen literarischen Text mit verschiedenen Ubungen dazu. Die TeilnehmerInnen sollten diese Ubungen selbst durchfuhren, ihre Ziele bestimmen und feststellen, welche Fortschritte die Anwendung dieser Ubungen im Deutschunterricht bringen konnte. Nach der Stationenarbeit wurde eine Typologie der Schreib- und Sprechubungen gemacht, das Konzept „Vom Wort zum Satz zum Text“ spielerisch dargesellt und andere Schreibanlasse, wie die pantomimische Darstellung, vorgeschlagen.

Fur den dritten Tag war die Arbeit der Sektion vorgesehen. Die Vortragsreihe wurde mit dem theoretisch-angelegten und durch praktisch-orientierte Aufgaben treffend bereicherten Beitrag von Frau Doz. Dr. Daniela Stoytcheva (Universitat St. Kliment Ochridski Sofia) zum Thema Einige Uberlegungen zum Konzept der Tertiarsprachendidaktik aus der Sicht des Deutschen eroffnet. Die ubrigen Sektionsbeitrage stellten methodisch-didaktische Vorschlage aus der eigenen Unterrichtspraxis der ReferentInnen vor:

  • Frau Silvia Florea und Frau Anne Panican (Rumanien): Deutsch – effektiv, attraktiv, europaisch. Projekte vom DaF-Unterricht bis zur Olympiade;
  • Frau Tatyana Slavova (Fremdsprachenschule Prestige Sofia): Europaisch modern lernen und lehren;
  • Frau Valentina Ilieva (Makedonien): Die Lehrerausbildung fur das Fach Deutsch als Fremdsprache unter landeskundlichem Aspekt;
  • Frau Doz. Dr. Galina Pavlova (Universitat St. Kliment Ochridski Sofia): Erstellung kommunikativer berufsbezogener Beurteilungs-aufgaben unter Berucksichtigung des europaischen Sprachen-portfolios fur den Beruf;
  • Herr Viktor Monev (Wirtschaftsakademie Svishtov): Interaktive Simulationen zur Entwicklung der fachkommunikativen Kompetenz.

Aktuelle Information erhielten alle Anwesenden uber das neulich initiierte Europaische Jugendprojekt “european online learning”, an dem der Bulgarische Deutschlehrerverband als Partner beteiligt ist. Daruber berichtete die Vorsitzende des Verbandes, Frau Doz. Dr. Daniela Stoytcheva.

Auch in diesem Jahr boten die bulgarischen Verlage fur deutschsprachige Literatur den TeilnehmerInnen ihre Neuerscheinungen an.

Im Rahmen der Tagung wurde wie ublich die Mitgliederversammlung des BDV durchgefuhrt.

Unser Dank gilt S.E. Herrn Dr. Klaus Fabjan, Botschafter der Republik Osterreich in Bulgarien, fur die Schirmherrschaft der Tagung. Insbesondere danken wir auch dem Goethe-Institut Bulgarien und Herrn Dr. Burkhard Issel, Leiter der Spracharbeit, sowie Herrn Dr. Wolfgang Glasker von der Hanns Seidel Stiftung fur die fachliche und die gro?zugige finanzielle Unterstutzung. Wir bedanken uns auch bei allen anderen Institutionen, Sponsoren und Verlagen, die uns unterstutzt haben. Ohne diese Unterstutzung ware es nicht moglich gewesen, die Tagung erfolgreich zu organisieren und durchzufuhren.

Die Organisation und die erfolgreiche Durchfuhrung der diesjahrigen Tagung verdanken wir vor allem dem Staatlichen Finanz- und Wirtschaftsgymnasium “Intellekt” Pleven und personlich Frau Anzhela Georgieva und ihrem Team – Frau Marieta Boiadjieva, Frau Viara Kantcheva, Frau Valeria Ljutzkanova, Frau Yolanda Sredkova und den Schulern des Berufsgymnasiums fur Tourismus “Aleko Konstantinov”, die wahrend der Besichtigung des Panoramas in Pleven das Gelernte in die Praxis umsetzen konnten.

Alle Anwesenden haben auch in diesem Jahr die offene und freundliche Atmosphare sowie die Stimmung der Wiederbegegnung von KollegInnen, jemaligen StudentInnen, MitschulerInnen oder MitstudentInnen miterlebt, alle Gelegenheiten zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch wahrgenommen und genutzt, so dass sie den Vorschlag fur den nachstenTagungsort, die Stadt Stara Zagora, mit gro?er Begeisterung entgegennahmen.


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Doz. Dr. Marijka Dimitrova,
Veliko Tarnovo



Die XVI. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes
13. – 15. April 2007, Sofia

Deutsch im Kontext der europäischen Mehrsprachigkeit



An der XVI. Jahrestagung nahmen über 200 DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus dem ganzen Lande teil. Die Tagung wurde unter der Schirmherrschaft von Herrn Michael Geier, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, und in Zusammenarbeit mit Goethe-Institut Bulgarien und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft durchgeführt.

Die offizielle Eröffnung fand in der Technischen Universität, im Saal 2140, statt, wo alle TeilnehmerInnen von der Vorsitzenden des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes, Frau Dr. habil. Daniela Stoytcheva, herzlich willkommen geheißen wurden. Begrüßungsworte wurden auch von Frau Jordanka Fandakova (Stellv. Bürgermeister von Sofia), von S.E. Michael Geier, S.E. Thomas Feller (Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft in Sofia), von Herrn Kirtcho Atanassov (Stellv. Minister für Bildung und Wissenschaft), von Herrn Peter Anders (Leiter des Goethe-Instituts Bulgarien), im Namen der Hanns Seidel-Stiftung Bulgarien von Herrn Bogdan Mirtschev und von Herrn Prof. Dr. Kamen Vesselinov (Rektor der Technischen Universität Sofia) an die Anwesenden gerichtet.

Danach konnten alle das ausgezeichnet gestaltete und vorgetragene Programm der SchülerInnen des Fremdsprachenzentrums Allianz Sofia und der SchülerInnen der Sprachschule “Veda” Sofia genießen.

Das erste Plenarreferat hielt Herr Prof. Dr. Günther Schneider (Universität Freiburg, Schweiz) zum Thema „Den “Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen” verstehen und gebrauchen“.

Herr Dr. Michael Langner (Universität Freiburg, Schweiz) präsentierte das zweite Plenarreferat “SprachenMusik – Einstimmig für Mehrstimmigkeit. Bausteine für eine Neuorientierung des Fremdsprachenlernens”.

Der zweite Tag war für die Sitzungen der Arbeitsgruppen und der Sektion vorgesehen. Jede Arbeitsgruppe führte zwei identische Sitzungen durch. So hatten alle Interessenten die Gelegenheit, an den Sitzungen von zwei Arbeitsgruppen teilzunehmen. Im Folgenden wird über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen kurz berichtet:

AG 1: Das europäische Sprachenportfolio als Arbeitsinstrument im DaF-Unterricht, geleitet von Herrn Dr. Burkhard Issel (Goethe-Institut Bulgarien)

Ausgehend von einigen bereits akreditierten Portfolia wurde in der Arbeitsgruppe demonstriert, wie die “Target skills“ des Portfolios helfen, die abstrakten Deskriptoren des europäischen Referenzrahmens in konkrete „sprachliche Handlungen“, also Lernziele für bestimmte Lerngruppen zu “übersetzen”.

Je nach Interessenlage wurden Beispiele aus dem Unterricht an Jugendlichen oder an Erwachsene gewählt. Auch die Aspekte “Evaluation der Lernfortschritte“ und “Prüfungsvorbereitung” wurden behandelt.

AG 2: Frühes Deutschlernen, geleitet von Frau Dr. habil. Pavlina Stefanova, Frau Dr. Elena Savova und Frau Anelia Lambova (Neue Bulgarische Universität Sofia)

Die Arbeit in der AG war auf die Herausbildung einer kommunikativen Kompetenz gerichtet, in der die bulgarische und die deutsche Sprache und Kultur in Beziehung stehen und integrieren. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung des prozeduralen Wissens der Lerner, der differenzierte Zugang und die selbständige Arbeit. Anhand von Texten aus dem Lesebuch für den DaF-Unterricht (Stefanova, Savova, Lambova, NBU 2006) wurde gezeigt, wie sich das Deutschlehren und -lernen nach diesem Konzept entfaltet. Die TeilnehmerInnen übernahmen sowohl die Schüler- als auch die Lehrerrolle, sie nahmen an einem Lesewettbewerb teil und formulierten, präsentierten und diskutierten in Gruppen Hilfen und Aufgaben zu konkreten Texten. Anhand der Aufgaben sind die TeilnehmerInnen selbst zu Schlussfolgerungen gekommen über den Zusammenhang zwischen Textsorten, Lesestilen und Lesestrategien. Das Ziel war zu zeigen, wie die deutsche Sprache mit „Herz, Hand und Kopf“ gelernt werden kann und wie die Kinder zur Mitgestaltung des Unterrichts motiviert werden können.

AG 3: Mehrsprachigkeit am Arbeitsplatz: Erstellung von berufsbezogenen und zielgruppenspezifischen DaF-Kursen, geleitet von Frau Iliana Raschkova (Goethe-Institut Bulgarien)

Als Zielgruppe dieser Arbeitsgruppe waren LehrerInnen an Berufs-, Fach- und Hochschulen sowie KursleiterInnen für berufsbezogene Kurse und korporatives Sprachtraining gedacht.

Es wurde ein Workshop zu folgenden Schwerpunkten angeboten:

  • Umsetzung des Europäischen Referenzrahmens in den berufsbezogenen DaF-Unterricht
  • Bestimmung von Lernzielen und Lerninhalten für konkrete Zielgruppen
  • Komplexität der Unterrichtsinhalte: Vermittlung und Ausbau der Halndlungskompetenz in der Fremdsprache
  • Handlungsorientierte Unterrichtsformen und – methoden

Die Inhalte des Workshops wurden anhand von Unterrichtsmaterialien zu verschiedenen Themen (Berufskommunikation, Europäische Union, Autobau u.a.) erarbeitet.

AG 4: Warum gerade Deutsch lernen?, geleitet von Frau Adrienne Boros (Friedrich-Schiller-Stiftung Sofia)

Die Zielsetzung der AG war es nicht, eine allgemeingültige Antwort auf die provokante Frage „Warum gerade Deutsch lernen?“ anzubieten. Es ging eher darum, den TeilnehmerInnen Anregungen zu geben, über Sprachen sowie über Sprachenlernen nachzudenken und einige Ideen anzubieten, wie Sprachlehrer ihre Schüler dazu bewegen können, das gleiche zu tun.

Als Einstieg sollten sich die TeilnehmerInnen über drei Wahrnehmungsebenen des Sprachenlernens (rationale bzw. emotionale Komponenten und Selbstreflexion) Gedanken machen. Anschließend wurden in Gruppenarbeit folgende Fragen bearbeitet:

  • Wie motiviert man Schüler und Eltern Deutsch als erste Fremdsprache zu wählen?
  • Der Klassenraum - ein Ort, an dem die fremde Kultur in ihrer Vielfalt erfahren werden kann.
  • Wann und wie kann die Anwendung der Muttersprache im Deutschunterricht hilfreich sein?

Im zweiten Teil der Sitzung wurde Funktion und Zielsetzung des Europäischen Portfolios der Sprachen kurz behandelt. Anschließend wurden einige Ideen und Anregungen vorgetragen, wie man Schüler im Grundschulalter auf die spätere Arbeit mit dem Europäischen Portfolio der Sprachen vorbereiten kann. Die diesbezüglichen Arbeitsfelder orientieren sich an die vom EPS vorgegebenen Dreigliederung: Sprachen-Pass, Sprachen-Biograpfie und Dossier.

Ideen zur Bearbeitung von Themen wie Sprachlerngeschichte, Motivation, Zielsetzung, Selbsteinschätzung wurden vorgestellt, einige Vorschläge auch von den TeilnehmerInnen selbst ausprobiert bzw. durch Schülerarbeiten (Plakate, Mind Map, Schmuckblätter, Texte usw.) veranschaulicht.

AG 5: Sprachenvielfalt als Chance: Deutsch neben anderen Sprachen in der Schule, geleitet von Frau Mariya Samsardzhieva und Frau Galinka Toncheva (Teachertrainerinnen des Goethe-Instituts Bulgarien)

Der Workshop ist als eine logische Fortsetzung der theoretischen Ausführungen in den Plenarreferaten von Prof. Dr. Günther Schneider und Dr. Michael Langner zu betrachten. Daran haben sich Lehrpersonen aller Schultypen und Klassenstufen beteiligt. Anhand von Aufgaben und konkreten Beispielen wurden Ideen und Möglichkeiten einer effizienten Unterrichtsgestaltung erlebt, vorgestellt und diskutiert, die gezielt das erworbene Sprachbewusstsein und Sprachlernbewusstsein der Schülerinnen und Schüler einbeziehen. Nach einer kurzen Diskussion zur Frage „Welche Konsequenzen hat das Konzept der Mehrsprachigkeit für die Sprachenpolitik und den Fremdsprachenunterricht in Bulgarien?“, haben sich die TeilnehmerInnen an dem Workshop spielerisch mit den Ähnlichkeiten zwischen Deutsch und Englisch in bestimmten Bereichen des Wortschatzes beschäftigt. Es wurden auch Beispiele für Interferenz angeführt.

Durch konkrete Aufgaben zur Textrezeption wurden die TeilnehmerInnen auf die Vermittlung von Verstehensstrategien, ein wichtiges Instrument zur Förderung des lebenslangen Lernens, aufmerksam gemacht. Bei den Grammatikaufgaben wurde das S-O-S–Prinzip vorgestellt, das die Selbstformulierung der Regel seitens der Schüler ermöglicht.

Alle TeilnehmerInnen waren sich zum Schluss einig, dass durch den Einsatz von lehr- und lernökonomisierenden Verfahren im Unterricht von Deutsch als Folgefremdsprache das entdeckende und eigen-verantwortliche Lernen sowie das Erlernen von mehr als einer Fremdsprache in der Schule gefördert wird.

AG 6: Wer spielt mit?, geleitet von Frau Tanja Werner (Fremdsprachengymnasium Stara Zagora) und Herrn Dinko Stratiev (Departement für Information und Lehrerfortbildung Stara Zagora)

Die Erfahrungen der TeilnehmerInnen im Bezug auf das Spielen wurden gesammelt und einzelne wichtige Aspekte systematisiert. Der Grundgedanke dabei war, das Lernen aus dem Spielen herzuleiten und Lernziele zu formulieren, die sich in einem Unterricht mit Spielen verfolgen lassen. Die TeilnehmerInnen haben selbständig Kriterien zur Auswahl von Spielen für den DaF-Unterricht erarbeitet, die die Motivation steigern und die Sprachfähigkeit entwickeln und erweitern.

Unterschiedliche Spielarten wurden präsentiert, wobei die TeilenehmerInnen selber Spiele ausprobiert haben. Grundlage der Spielsammlung bildet eine DVD mit Spielen, die die TeilnehmerInnen als Spende vom Goethe-Institut Bulgarien bekommen haben.

AG 7: Freiarbeit a la Maria Montessori, geleitet von Frau Katharina Jurkowitsch (Erich-Kästner-Schule Sofia)

In der Arbeitsgruppe wurde zunächst Maria Montessori vorgestellt, die vor rund 100 Jahren eine Pädagogik entwickelt hat, welche die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Sie erforschte mit naturwissenschaftlicher Genauigkeit deren Entwicklungsperioden und schuf in ihren Kinderhäusern eine vorbereitende Umgebung, in der Kinder mit Hilfe von speziellen didaktischen Materialien lernen und wachsen konnten.

Die Leiterin der Arbeitsgruppe hat 5 Jahre lang in Montessorischulen unterrichtet und versuchte zu zeigen, wie man auch heute mit Hilfe dieser Pädagogik unterschiedlichen Lerntypen und Lerngeschwindigkeiten in der Klasse gerecht werden kann und Spaß am „Lernen mit Hand, Herz und Hirn“ findet! Außerdem wurden erste Tipps zum Erstellen von Freiarbeitsmaterial gegeben.

AG 8: Vorstellung eines Lernzirkels “Klassik” und praktische Lernzirkelarbeit, geleitet von Frau Angela Hümmer (Fachschafts-beraterin Fremdsprachengymnasium Plovdiv)

In dem Workshop wurden Möglichkeiten zur Ergänzung und Vertiefung der Kenntnisse über die Epoche der Klassik vorgestellt.

Die Konzeption einer praktisch orientierten Lernzirkelarbeit beinhaltete folgende Schwerpunkte:

  • Breitbandigkeit der Klassik: Literatur, Musik, Architektur
  • Unterschiedliche Interessen bei Goethe: Literatur, Theater, Reisen, Naturwissenschaft
  • Einsatz verschiedener Medien: Texte, Bilder, Bücher, Audio-Cassetten, CD-ROMs
  • Einbeziehung von Formen produktiver Rezeption: Schreiben, Sprechen, Zeichnen

AG 9: “Reim mich oder ich fress dich” - Gedichtwerkstatt, geleitet von Frau Nadeshda Stoilkova (Deutsche Grundschule “Uwekind” Sofia).

Die Werkstatt behandelte Gedichte und wollte vor allem neugierig auf sie machen. Dabei stellte sie den produktiv-gestalterischen Umgang mit ihnen im Vordergrund. Die TeilnehmerInnen haben lyrische Texte als etwas erfahren, das lebendig und abwechslungsreich ist, indem sie sie spielerisch erarbeiteten und expressiv vortrugen. In der Form eines kreativen Schreibens wurde eigene Schreiberfahrung gesammelt, die TeilnehmerInnen haben einfache Gedichtformen kennen gelernt und sie selbst ausprobiert (z. B. Elfchen, Haiku, Wachsgedicht, Abecedarium, Zaubersprüche usw.). Es wurden verschiedene Verfahren zum Erschließen von Gedichten angeboten, die implizit unsere Wahrnehmungsbereiche eröffnen. Es wurde das Haupthandwerkzeug zum Forschen und Beschreiben von Gedichten dargestellt.

Parallel zu den Nachmittagssitzungen der Arbeitsgruppen verlief die Arbeit der Sektion. Auf dem Fachprogramm standen Sektionsbeiträge, die methodisch-didaktische Vorschläge aus der eigenen Unterrichtspraxis der ReferentInnen vorstellten:

  • Frau Dr. habil. Galina Pavlova (Universität St. Kliment Ochridski Sofia): Arbeiten mit dem Sprachenportfolio für berufliche Zwecke;
  • Frau Dr. habil. Marijka Dimitrova (Universität St. St. Kyrill und Method Veliko Tarnovo): Zur Vermittlung von Textkompetenz in der Zielsprache Deutsch;
  • Herr Dr. habil. Bogdan Mirchev (Universität St. Kliment Ochridski Sofia): Überlegungen zum Landeskunde-Curriculum im Deutschunterricht heute.
  • Frau Bisserka Veleva (Universität St. Kliment Ochridski Sofia): Die literarischen Texte als Hilfsmittel im DaF-Unterricht bei Kindern.

Von Interesse für alle Anwesenden waren die Präsentationen von:

  • Frau Violeta Getcheva (Fremdsprachengymnasium Pravez): “Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da!” – Sophokles. Ein gemeinsames Projekt zwischen der Regelschule “Heinrich Heine” Barchfeld und dem Fremdsprachengymnasium Pravetz;
  • Frau Tatyana Spasova (Fremdsprachenschule Prestige Sofia): Motivation für Erlernen und Lehren der deutschen Sprache.

Auch in diesem Jahr boten die bulgarischen Verlage für deutschsprachige Literatur den TeilnehmerInnen ihre Neuerscheinungen an.

Im Rahmen der Tagung wurde wie üblich die Mitgliederversammlung des BDV durchgeführt.

Am dritten Tag hatte das Tagungsprogramm zwei Schwerpunkte:

  1. Aktuelles: Informationen, Projekte, Mitteilungen;
  2. Podiumsdiskussion: Zukunftsperspektiven für den Fremdsprachenunterricht in Bulgarien.

Zu 1. Frau Dr. Krystyna K. Stankulova (Goethe-Institut Bulgarien) informierte die TeilnehmerInnen an der diesjährigen Tagung über Die Umsetzung des Referenzrahmens in die neuen Prüfungen des Goethe-Instituts B2 und C1. Frau Ljubov Mavrodieva (Goethe-Institut Bulgarien) präsentierte Das Fortbildungsangebot des Goethe-Instituts Bulgarien für bulgarische DaF-Lehrerinnen und -Lehrer. Zum Schluss sprach Frau Dr. Sibylle Plassmann (TELC GmbH – Test Development), die TELC C1 – eine neue Prüfung für Deutsch und Englisch vorstellte.

Zu 2. An der Podiumsdiskussion haben Vertreter unterschiedlicher Institutionen teilgenommen:

  • Frau Jordanka Fandakova (Stellv. Bürgermeister Sofia)
  • Frau Anna Arsenieva (Ministerium für Bildung und Wissenschaft)
  • Herr Dr. Michael Langner (Universität Freiburg, Schweiz)
  • Frau Maria C. Tschokel (Fachberaterin Österreich)
  • Frau Mariya Samsardzhieva (Fremdsprachengymnasium Sliven)

Die Moderation übernahmen Frau Dr. Ivanka Kamburova (Departement für Information und Lehrerfortbildung Varna) und Herr Dr. Burkhard Issel (Goethe-Institut Bulgarien). Schul-, Hochschullehrer und Fachexperten konnten ihre Probleme und Ideen mitteilen und gemeinsam nach Lösungen und neuen Perspektiven für das Fremdsprachenlernen in Bulgarien im Kontext der Mehrsprachigkeit suchen.

Unser Dank gilt Herrn Michael Geier, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, für die Schirmherrschaft der Tagung. Als Initiator, Organisator und Veranstalter der Tagung ist der BDV dem Goethe-Institut Bulgarien und persönlich Herrn Dr. Burkhard Issel, Leiter der Spracharbeit, und Frau Ljubov Mavrodieva, Beauftragte für Bildungskooperation Deutsch, für die erfolgreiche Zusammenarbeit und die fachliche und finanzielle Unterstützung zu tiefstem Dank verpflichtet. Wir danken auch Herrn Dr. Wolfgang Gläsker von der Hanns Seidel Stiftung, der unsere Tagung fachlich und finanziell unterstützt hat, sowie der Präsenz Schweiz, der Technischen Universität Sofia und den bulgarischen Verlagen. Ohne die Unterstützung aller dieser Institutionen wäre es nicht möglich gewesen, die Tagung erfolgreich zu organisieren und durchzuführen.

Die Organisation und die erfolgreiche Durchführung der diesjährigen Tagung verdanken wir vor allem dem Vorstand des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes und persönlich Frau Dr. habil. Daniela Stoytcheva, Frau Violetta Getcheva und ihrem Team – Miroslava Bachvarova, Krassimira Simidchijska, Nevena Sultanova und den Studenten der Germanistik an der Universität „St. Kl. Ochridski“ Sofia – Silvia Atanassova, Silviya Harkova, Radosveta Ivanova, Diana Nikolova und Vladimir Velikov. Besonders Frau Stoytcheva hat mit Herz, Verstand und großem Engagement zum Gelingen der XVI. Jahrestagung beigetragen. Alle Anwesenden haben auch in diesem Jahr die einmalige und unvergessliche Atmosphäre und Stimmung der Wiederbegegnung von KollegInnen, jemaligen StudentInnen, MitschülerInnen oder MitstudentInnen miterlebt und die gastfreundliche Hauptstadt mit der Hoffnung auf das Wiedersehen im kommenden Jahr verlassen.

Doz. Dr. Marijka Dimitrova,
Veliko Tarnovo


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Die XV. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes
31. März – 01. April 2006, Sliven

Sprachvermittlung – Identität – Integration



An der diesjährigen Jubiläumstagung nahmen ca. 180 DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus dem ganzen Lande teil. Die Tagung wurde unter der Schirmherrschaft von Frau Gabriele Schreier, Geschäftsträgerin a.i. der Schweizerischen Botschaft in Sofia durchgeführt. Schrimherr der Tagung war im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaften in Deutschland auch der Bürgermeister der Stadt Sliven, Herr Jordan Lechkov, einer der hervorragenden Fußballspieler Bulgariens in der Vergangenheit.
Außerdem konnten die TeilnehmerInnen auch Frau Helena Hanuljakova, Präsidentin des Internationalen Deutschlehrerverbandes, zum ersten Mal als Gast der Tagung begrüßen. Die feierliche Eröffnung fand im Saal „Zora“ statt. Danach konnten alle Anwesenden das ausgezeichnet gestaltete und vorgetragene Programm der SchülerInnen des Fremdsprachengymnasiums „Zacharij Stojanov“ genießen.

Das erste Plenarreferat hielt Herr Klaus Merz (Freier Schriftsteller, Schweiz) zum Thema „Die Sprache als unverzichtbare Vermittlerin. Ein Versuch zu Sprachvermittlung – Identität – Integration“. Herr Klaus Merz hat auf Einladung der Schweizerischen Botschaft in Sofia und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvecia an der Tagung teilgenommen.

Der zweite Tag war für die Sitzungen der Arbeitsgruppen vorgesehen. Jede Arbeitsgruppe führte zwei identische Sitzungen durch. So hatten alle Interessenten die Gelegenheit, an den Sitzungen von zwei Arbeitsgruppen teilzunehmen. Im Folgenden wird über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen kurz berichtet:

AG 1: Kleine Schreibwerkstatt zum Thema „Haiku“, geleitet von Herrn Klaus Merz (Freier Schriftsteller, Schweiz)

Für diese Gruppe haben sich LehrerInnen aller Schulstufen entschieden.
Anhand fremder und in der Arbeitsgruppe selbst verfasster Kürzesttexte konnten die TeilnehmerInnen das Gewicht der Wörter erfahren und feststellen, dass schon der kleinste Text aus Sprache – nicht aus Gefühlen besteht.

AG 2: Einfalt oder Vielfalt? Förderung des interkulturellen Lernens im DaF-Unterricht, geleitet von Frau Zvete Genadieva und Frau Nina Kolarova (Teachertrainerinnen für Interkulturelles Lernen des Goethe-Instituts Sofia)

Interesse für das so formulierte Thema zeigten LehrerInnen in der Gymnasialstufe und HochschullehrerInnen. Die induktive Herangehensweise an den Begriff „Kultur“ ließ die TeilnehmerInnen die Gründe für interkulturelle Missverständnisse erkennen. Im Vordergrund stand der Meinungsaustausch über die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im Deutschunterricht, die zum Abbau der Vorurteile und Klischees dem Fremden gegenüber dienen soll. Mit den angebotenen Unterrichtsmaterialien wurden Unterrichtsentwürfe erarbeitet, die Anregungen zur Bewältigung der Problematik enthalten. Dank der aktiven Mitarbeit konnte das Ziel „Förderung des interkulturellen Lernens“ erreicht werden.

AG 3: Brücken zu einem motivierenden Start in der zweiten Fremdsprache Deutsch, geleitet von Frau Maria Samsardzhieva und Frau Dimitrina Gergova (Teachertrainerinnen für Deutsch als 2. Fremdsprache des Goethe-Instituts Sofia)

An der Arbeit der Gruppe nahmen LehrerInnen teil, die ab der 5. bzw. 9. Klasse Deutsch als 2./3. Fremdsprache unterrichten. Ausgangspunkt der Überlegungen war der Gedanke, dass bei jeder weiteren Fremdsprache SchülerInnen auf das in einer anderen Sprache bereits Gelernte zurückgreifen und aus den Gemeinsamkeiten und Unterschieden lernen können. Solche positiven Wirkungen der Mehrsprachigkeit kann man den SchülerInnen bewusst machen, was nicht nur zur Lernökonomie beiträgt, sondern sie weitere Sprachen zu erlernen motiviert.

Im Workshop wurden praktische Beispiele für den Anfangsunterricht durchgespielt und besprochen. Der Akzent fiel auf die Frage, wie die Kenntnisse und Lernerfahrungen aus der Muttersprache und der ersten Fremdsprache beim Erwerb des Deutschen als 2./3. Fremdsprache motivierend und sinnvoll einzusetzen sind.

AG 4: Interkulturelle und landeskundliche Materialien für die Grundstufe: Präsentation „Ein Koffer Deutsches“, geleitet von Frau Ilonka Petrova und Frau Bistra Zaneva (Primartrainerinnen des Goethe-Instituts Sofia)

Ziel des Workshops war, das Interesse der TeilnehmerInnen für Freiarbeit und Stationenlernen zu wecken. In einer angenehmen Lernatmosphäre wurden Schritt für Schritt die Phasen der Planung und Durchführung der Freiarbeit veranschaulicht. Die Arbeit an Stationen war der aufregendste Moment für die DeutschlehrerInnen: Die angebotenen Materialien schufen eine neue Lernlandschaft, in der die TeilnehmerInnen voneinander lernen und sich unterstützen konnten. Es wurden neue Lerninhalte angeboten. Der Koffer Deutsches bietet vielfältige Impulse, die die traditionellen Vorstellungen zur Landeskunde erweitern. Als wichtigste Ziele dieser Unterrichtsform nannten die LehrerInnen: “Freude am Lernen” und “Selbstständiges Arbeiten”. Zum Schluss äußerten sie ihre Bereitschaft, den Unterricht umzugestalten und das Erlebte auszuprobieren.

Ein Koffer Deutsches – eine gute Möglichkeit, das Herz des Kindes und des Lehrers zu erreichen.

AG 5: Mozart im DaF-Unterricht, geleitet von Mag. Maria C. Tschokel (Österreich)

Der Einstieg in das für das Jahr 2006 aktuelle Thema erfolgte durch einen Film über Salzburg, wobei von den TeilnehmerInnen konkrete Arbeitsaufträge erfüllt wurden. Auch in dieser Arbeitsgruppe wurde die Methode der Stationenarbeit vorgestellt und mit vielfältigen Aufgaben zum Leben von Mozart und seinen wichtigsten Werken durchgespielt. Anschließend bereiteten 4 Gruppen Informationen auf, die mit Plakaten zu folgenden Themen präsentiert wurden:

  • Mozart in den österreichischen Tageszeitungen
  • Mozart und Texte von und über Mozart
  • Wien – Musikhauptstadt
    Zum Schluss wurden richtige Antworten auf Fragen zum Thema belohnt.
  • Womit wohl? – Mit Mozartkugeln!

AG 6: Zeitungstheater, geleitet von Frau Albena Belcheva-Stateva (Bulgarien) und Frau Anne-Kathrin Leo-Onwumbiko (entsandte Lehrerin am Galabov-Gymnasium Sofia)

Als Grundlage für das Zeitungstheater dienten Zeitungsartikel, Überschriften, Bücher, Reden usw.
Der Workshop stellte sich als Aufgabe, einige wenige ausgewählte Techniken des Zeitungstheaters von Augusto Boal für die Belange des DaF-Unterrichts mit den LehrerInnen auszuprobieren und nach konkreten Anwendungsmöglichkeiten in ihrer Unterrichtspraxis zu suchen. Nach einer Aufwärmephase und lustvollem und lautem Zeitungslesen wurde die Montagetechnik anhand eines Gedichtes und Schlagzeilen aus Zeitungen veranschaulicht. Die TeilnehmerInnen konnten dann in zwei entgegengesetzten Lagern (pro und contra) durch rhytmisches Lesen eine politische Rede mit frisch aufgefischten Überschriften aus den zur Verfügung stehenden Zeitungen demonstrativ unterstützend oder oppositionell unterbrechen. Die Ergebnisse wurden auf einem Plakat festgehalten. Im zweiten Teil wurden weitere zwei von insgesamt 11 Techniken des Zeitungstheaters ausprobiert. Als Grundlage wurde ein in der on-line-Ausgabe der Bild-Zeitung erschienener Aritkel benutzt. Bei der szenischen Umsetzung bewiesen die TeilnehmerInnen nicht nur pantomimisches Geschick, sondern auch einen guten Sinn für Humor, Ironie, kritsches Bewusstsein und Freude am Tun. Zum Schluss wurden Transfermöglichkeiten der erlebten und mitgestalteten Methode besprochen.

AG 7: Beurteilen und Bewerten, geleitet von Frau Anelia Lambova und Frau Elena Savova (Neue Bulgarische Universität Sofia)

Die TeilnehmerInnen setzten sich mit einer der wichtigsten Aufgaben des schulischen DaF-Unterrichts, der Beurteilung der Kompetenz eines Schülers/einer Schülerin, also der Leistungsmessung auseinander. Auf Grund der Ziele und Inhalte in der bulgarischen Schule wurden den Interessenten konkrete Tests angeboten, die den Kriterien Validität, Reliabilität und Durchführbarkeit entsprechen.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen folgende Fragen:

  • Was wird gemessen? (die genaue Beschreibung des Inhalts von Tests)
  • Wie wird eine Leistung interpretiert? (die Festlegung der Kriterien, mit deren Hilfe die Lehrerin/der Lehrer entscheiden kann, ob ein Lernziel erreicht wurde)

Im Laufe der Arbeit wurden Tests für verschiedene Niveaustufen in den Fertigkeiten Hören und Lesen gemacht, kommentiert und bewertet.

AG 8: Das Kunstbild als Sprech- und Schreibanlass im DaF-Unterricht. In der Schülerrolle ausprobieren, als Lehrer auswerten, geleitet von Frau Bogdana Gatseva (Fremdsprachengymnasium Pasardshik)

Im Sinne des Konferenzthemas gingen die TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe auf die Bedeutung von Bildern im DaF-Unterricht ein und arbeiteten mit Bildern der Künstlergruppen "Der blaue Reiter" und "Brücke" (Gabriele Münster, August Macke, Wassilij Kandinsky, Max Pechstein, Ernst Kirchner) als Sprech- und Schreibanlass.

Sie sollten zum Ausdruck bringen, was ihnen „gefällt/missfällt“, sie sollten „Bilder vergleichen“, wobei im zweiten Fall die Partnerarbeit nach dem Prinzip der Informationslücke organisiert wurde. In methodisch-didaktischer Hinsicht wurde bei der Wortschatzarbeit mehrkanäliges Lernen sowie erfahrungsorientiertes Lernen erprobt. Zum Schluss wurden die Bilder auch als Anlass zum kreativen Schreiben angeboten, z.B. Dialoge erstellen, Biographien schreiben, Interviews machen, Elfchen, Haiku, Geschichten schreiben u.a.

AG 9: Landeskunde mal anders – Lernstationen im DaF-Unterricht, geleitet von Frau Elisabeth Lazarou (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) und Frau Darina Popstefanova (1. Fremdsprachengymnasium Varna).

Ziel der Veranstaltungen war, einen Einblick in die Arbeit mit Lernstationen im Landeskundeunterricht zu geben. Am Workshop beteiligten sich GymnasiallehrerInnen und HochschuldozentInnen für Deutsch.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Stationenlernen folgte der praktische Teil anhand drei Stationen zu folgenden Themen:
Station 1a/b: „Deutsche Typen“
Station 2: Personen – Parolen – Plakate
Station 3: Humor,
sowie einer Hilfsstationen.
Nach Sichtung und Lektüre der vorgelegten Materialien erarbeiteten die TeilnehmerInnen in Gruppen einen von ihnen ausgewählten Aspekt, den sie anschließend im Plenum präsentierten.

Station 1 beinhaltete Arbeitsblätter mit einer Auswahl an folgenden „Typen“: den Bildungsbürger, die Jurastudentin, den deutschen Yuppie, die Alleinerziehende, den Alternativen, die rüstige Rentnerin.
Diese Profile konnte man in unterschiedlichen Formen im deutsch-bulgarischen Vergleich herausarbeiten.
Aus dem Materialienbestand der Station 2 wurde der Themenkomplex „Wahlergebnisse“ herausgearbeitet. Zum einen entstand ein Plakat zu den Wahlergebnissen von 1949 bis 2005 in Form von Tortendiagrammen und zum anderen ein des Wahlergebnisses aus dem Jahr 1957 in Form eines Torten- und Balkendiagramms.
Die Station 3 kam besonders gut an, zumal eine große Auswahl von Witzen aus mehreren Jahrzehnten dargeboten wurde, die unterschiedliche Aspekte thematisierten. Die eine Gruppe stellte ein Plakat zusammen zum Thema „Witze als Kritik negativer Erscheinungen in der Politik, in der Bildung und in der Wirtschaft“ bezogen auf das 20. Jahrhundert.
Die zweite Gruppe wählte ein Arbeitsblatt mit Witzen aus, das sich auf die 90er Jahre bezog und kommentierten diese.
Die TeilnehmerInnen empfanden, trotz der knappen Zeit, den Workshop als hilfreiche Anregung für die Umsetzung in die Praxis. Sie fanden positiv, dass durch autonomes Lernen die Motivation und Kreativität gefördert wird, die offenen und abwechslungsreichen Aufgaben unterschiedlichen Lernern gerecht werden.

AG 10: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Aktuelle Landesbildvermittlung im DaF-Unterricht, geleitet von Assoc. Prof. Bogdan Mirtschev (St. Kliment-Ochridski-Universität Sofia)

Thematischer Schwerpunkt bei der Arbeit in diesem Workshop war die Anwendung im Deutschunterricht von Kenntnissen aus den Bereichen Geschichte, Kultur und Politik der Länder im deutschsprachigen Raum. Ein Curriculum “Grundwissen Landeskunde – Deutschland, Österreich, Schweiz” wurde vorgeführt. Darin enthaltene landeskundliche Themen, zu welchen bei den DeutschlehrerInnen, die am Workshop beteiligt waren, der Bedarf zur Erweiterung und Vertiefung entsprechender Basisinformation bestand, wurden in angemessener Ausführlichkeit erörtert. Eine praktische Komponente der Zusammenarbeit in der AG war der Entwurf von aktuellen Landesbildern der deutschsprachigen Länder, der aufgrund des landeskundlichen Lehrstoffs in modernen Lehrbüchern und Lehrmaterialien für den Deutschunterricht realisiert werden konnte. Dabei wurden auch verschiedene Möglichkeiten zur Didaktisierung landeskundlicher Kenntnisse diskutiert.

AG 11: Lernen mit Grips – Deutschunterricht für jugendliche Lerner, geleitet von Frau Eniko Rabl (Referentin des Verlags PONS)

Wie können Jugendliche beim Deutschlernen motiviert werden? Welche Möglichkeiten gibt es, das unterschiedliche sprachliche Niveau der Lerner auszugleichen? Wie werden Lernprozesse in Gang gesetzt und nachhaltig gesichert? Wie können Lernstrategien vermittelt werden? Reicht ein Lehrwerk für den Unterricht aus? Das waren Fragen, auf die TeilnehmerInnen und Referentin gemeinsam Antwort suchten.
Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Lehrwerk Deutsch mit Grips und der Übungsgrammatik Klipp und Klar wurden Wege gezeigt, mit jugendlichen Lernern einen kommunikativen und effektiven Sprachunterricht zu gestalten, der Lernenden und Lehrern Spaß macht, auch zum selbstständigen Lernen außerhalb des Unterrichts ermuntert und dabei eine gründliche Vorbereitung auf die Prüfung Zertifikat Deutsch und auf die Zentrale Mittelstufenprüfung bietet.

AG 12: Lagune und Schritte international, zwei neue Grundstufenlehrwerke, die die Vorgaben des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens umsetzen, geleitet von Frau Lisa Schlamp (Referentin des Verlags Oxford Centre)

In einem kurzen Überblick wurden Vorgaben, sprachliche und kommunikative Ziele sowie Niveaustufenbeschreibungen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) dargestellt. Auf dieser Grundlage wurden die beiden neuen Grundstufenlehrwerke Lagune und Schritte international präsentiert.
Da die beiden Lehrwerke sich in Aufbau und Konzeption deutlich unterscheiden, bekamen die TeilnehmerInnen die Aufgabe, in kleinen Gruppen sich mit Lagune und Schritte international - mit ihren jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten – auseinanderzusetzen, näher kennen zu lernen, und in einer abschließenden Diskussionsrunde wurden gemeinsam noch offene Fragen geklärt.

Auch in diesem Jahr boten die bulgarischen Verlage für deutschsprachige Literatur den TeilnehmerInnen ihre Neuerscheinungen an.

Im Rahmen der Tagung wurde wie üblich die Mitgliederversammlung des BDV durchgeführt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde.

Am dritten Tag hielt Assoc. Prof. Dr. Ana Dimova (Universität Schumen) ihr Plenarreferat zum Thema „Balkan und Europa im Spiegel der Phraseologie“.

Nach dem Plenarreferat präsentierte Frau Ljubov Mavrodieva (Goethe-Institut Sofia) die neuen Prüfungen des Goethe-Instituts für Kinder und Jugendliche sowie das Unterrichtsmaterial „Weltsprache Fußball – Planet football“.

Unser Dank gilt Frau Gabriele Schreier, Geschäftsträgerin a.i. der Schweizerischen Botschaft in Sofia und Herrn Jordan Lechkov für die Schirmherrschaft der Tagung. Als Initiator und Veranstalter der Tagung ist der BDV Herrn Dr. Wolfgang Gläsker von der Hanns Seidel Stiftung für die fachliche und die großzügige finanzielle Unterstützung zu tiefstem Dank verpflichtet. Insbesondere danken auch dem Goethe-Institut Sofia und Frau Bettina Mickenbecker-Soubai, Leiterin der Spracharbeit, die unsere Tagung fachlich und finanziell unterstützt hat. (GI Sofia hat für die Leitung von drei Arbeitsgruppen gesorgt). Wir danken auch der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvecia und allen Institutionen, Sponsoren und Verlagen. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, die Tagung erfolgreich zu organisieren und durchzuführen.

Die ausgezeichnete Organisation und die erfolgreiche Durchführung der Tagung verdanken wir insbesondere dem Fremdsprachengymnasium „Zacharij Stojanov“ und persönlich Herrn Damian Petrov, Frau Maria Staneva und ihrem Team, der Gemeinde Sliven und anderen Sponsoren vor Ort. Alle Anwesenden haben auch in diesem Jahr die einmalige und unvergessliche Atmosphäre und Stimmung der Wiederbegegnung von KollegInnen, jemaligen StudentInnen, MitschülerInnen oder MitstudentInnen miterlebt und die gastfreundliche Stadt Sliven mit der Hoffnung auf das Wiedersehen im kommenden Jahr verlassen.

Doz. Dr. Marijka Dimitrova,
Veliko Tarnovo

Bilder

XIV. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes
01. bis 03. April 2005 in Montana




Deutsch als Fremdsprache-Unterricht
Kultur
Sprache
Geist

An der Tagung nahmen zirka 160 DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus ganz Bulgarien teil. Nach der feierlichen Eröffnung im Theater von Montana unternahmen die TeilnehmerInnen zusammen mit den SchulerInnen des Fremdsprachengymnasiums ”Petar Bogdan” eine Fantasiereise durch den Nordwesten Bulgariens.

Bald darauf hielt Mag. Brigitte Sorger (Österreich) das erste Plenarreferat zum Thema: DeutschlehrerInnen und Schulkultur- eine Herausforderung an Persönlichkeiten und Systeme.

Das zweite Plenarreferat hielt Doz. Dr. Bogdan Mirtschev (Bulgarien). Das Thema des Referats: An der Vielfalt der Gaben soll der Bau nicht scheitern. Die Sprache im kulturpolitischen Diskurs.

Der zweite Tag war für die Sitzungen der Arbeitsgruppen vorgesehen. Wie voriges Jahr fuhrte jede Arbeitsgruppe zwei identische Sitzungen durch. Dadurch konnten alle Interessenten an den Sitzungen von zwei Arbeitsgruppen teilnehmen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden im Folgenden dargestellt:

AG 1: Kommunikationstraining im Deutsch als Fremdspracheunterricht - ein Beitrag zur Sprachkultur in Schulen, geleitet von Mag. Brigitte Sorger (Österreich)

Fur die Gruppe haben sich vor allem LehrerInnen der Sekundarstufe entschieden, die für die “soft skills” und ihre Rolle im DaF- nterricht sensibilisiert wurden. Im Workshop wurden praktische Ubungen zur Wahrnehmung, Kommunikation und zur Teamarbeit angeboten, wobei handlungsorientierte Arbeit am Thema im Vordergrund stand. Als Ergebnis kamen sehr positive Rückmeldungen, denn es wurden nicht nur viele Übungen durchgeführt, Materialien analysiert und einzelne Aktivitäten erprobt, sondern man lachte auch viel und hatte Spaß am Seminargeschehen. Die TeilnehmerInnen fanden das Thema interessant und stellten fest, dass es Bedarf besteht, mehr zu diesem Thema zu machen.

AG 2: Die Europäische Union im DaF- Unterricht, geleitet von Mag. Maria Tschokel (Osterreich, z. Z. Bulgarien)

An der Arbeit der Gruppe nahmen DeutschlehrerInnen teil, die sich mit der EU im Unterricht handlungsorientiert beschäftigen wollten. Man konnte dabei das Lernen mit allen Sinnen selbst erfahren, indem man sich mit kleinen Teilbereichen aus dem weiten Feld der EU auseinandersetzte. Folgende Methoden wurden eingesetzt: Landkartenspiel, Einstieg mit Cluster und mit Analyse von bulgarischen Zeitungsartikeln und Gruppenarbeit mit Plakatpräsentation. Die TeilnehmerInnen am Workshop erweiterten ihr Fachwissen und ihre Methodenkenntnisse durch praktisches Üben, reflektierten anschließend über die veränderte Lehrerrolle und äußerten die Meinung, dass einfache Methoden, die wenig Vorbereitung vom Lehrer fordern, dazu ermutigen, sie häufiger im Unterricht einzusetzen.

AG 3: Kinderliteratur im DaF-Unterricht der Grundschule, geleitet von Doz. Dr. Pavlina Stefanova (Neue Bulgarische Universität Sofia)

Im Workshop wurden die PrimarlehrerInnen mit kreativen Ideen zum handlungsorientierten Umgang mit Texten aus der Kinderliteratur bekanntgemacht. Nachdem die Gattungen in der Kinderliteratur charakterisiert wurden, präsentierte man den TeilnehmerInnen methodisch-didaktischhe Verfahren zur Arbeit mit literarischen Texten. Anhand konkreter Texte entwickelte man dann Arbeitsmaterialien für den eigenen Unterricht. Die eingesetzte Methode „learning by doing“ weckte das Interesse der TeilnehmerInnen und sie haben sich besonders aktiv in unterschiedlichen Arbeitsformen am Workshop beteiligt.

AG 4: Einführung in die Arbeit mit dem Online-Programm uni-deutsch.de, geleitet von Frau Elisabeth Lazarou (DAAD, Technische Uiversität Sofia) und Frau Dessislava Todorova, (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Am Workshop beteiligten sich GymnasiallehrerInnen und HochschuldozentInnen für Deutsch. Nach einer kurzen Bekanntmachung mit dem Online-Programm, begann man in Form von interaktivem Online-Learning mit der Arbeit am Modul “Studienvorbereitung”, bezogen auf Test DaF. Es ist gelungen, einen Einblick in die Arbeit mit uni-deutsch.de zu verschaffen, allerdings wurde der Aspekt der Korrekturtätigkeit und ihre Umsetzung innerhalb des Programms aufgrund technicher Probleme nicht ausreichend behandelt. Die TeilnehmerInnen am Workshop fanden, dass es Bedarf nach weiterführenden Workshops besteht, die in Form von Tutorenschulungen angeboten werden könnten.

AG 5: Fremdsprachenerwerb durch Spiel, geleitet von Doz. Dr. Galina Pavlova und Frau Gergana Marinova (Bulgarien)

Das Ziel des Workshops war, dem Ruf nach Lernerorientierung im Fremdsprachenunterricht mit Erwachsenen zu begegnen und die Zielgruppe DeutschlehrerInnen an Universitäten und Gymnasien.

Das Sprachlernspiel wurde ausschließlich im Kontext der wechselseitigen Beziehung von individuell variierenden Faktoren und universellen Fremdsprachen-erwerbsprozessen in Betracht genommen und nicht als die einzige, resp. die beste Unterrichtsmöglichkeit zur Annäherung an alltägliches oder absichtsloses Lernen gesehen. Gezeigt wurde, unter welchen Bedingungen das Spielen einen positiven Beitrag zur Effektivierung des Fremdsprachenunterrichts mit Erwachsenen potenziell leisten kann und welche konkrete Rolle das Spiel beim Fremdsprachenerwerb erwachsener Lernender mit unterschiedlichen Lernstilen spielen kann. Die Arbeit richtete sich auch auf das praktische Problem, wie man die Spiele immer präziseren didaktischen Zwecken zuordnen und den anderen Unterrichtskomponenten anpassen kann. Ausgewählte Sprachlernspiele wurden auch im Zusammenhang des Gemeinsamen Europäischen Rahmens für Sprachen behandelt und referiert.

Die Arbeitsergebnisse können weiterhin unter verschiedenen Verwertungsaspekten zusammengefasst werden, um andere fremdsprachendidaktische Konsequenzen über die praktische Förderung des Spiels im Fremdsprachenunterricht abzuleiten. Vorzuzeichnen sind auch gangbare Wege und Perspektiven einer angehenden Tendenz zum Einsatz des Spiels im Fremdsprachenunterricht.

AG 6: Textproduktion im Primarunterricht, geleitet von Frau Ilonka Petrova und Frau Spassinka Dimitrova (Primartrainerinnen des Goethe-Instituts Sofia)

Ziel des Workshops war es, die Kenntnisse der TeilnehmerInnen zu aktivieren, einen Erfahrungsaustausch zu initiieren und dadurch die methodisch-didaktische Kompetenz gegenseitig zu bereichern und die Kreativität zu fördern.
Die AG hat sich mit folgenden Aspekten der Textproduktion beschäftigt:

  • Welche Möglichkeiten zur Textproduktion bieten uns die neuesten bulgarischen Lehrwerke für die Primarstufe?
  • Was für Probleme haben die Schüler bei der Textproduktion?
  • Wie kann das Sprechen- und Schreibenlernen systematisch aufgebaut werden?
  • Verschiedene Impulse mündlicher und schriftlicher Textproduktion selbst erleben und auf die eigene Praxis beziehen.

Folgende Methoden wurden eingesetzt: Erzählkreis, Gruppenbildung, Kleingruppenarbeit, Diskussion, Spiele, Brainwriting, Brainstorming, Ergebnissicherung und Selbsterfahrung. Die TeilnehmerInnen haben aktiv und engagiert mitgemacht. Sie haben sich aktiv mit den angesprochenen Fragen auseinandergesetzt und Lösungswege genannt und begründet. Die TeilnehmerInnen haben ein großes Empfindungsvermögen bei den angebotenen Sprech- und Schreibanlässen und Kreativität bei der Textproduktion gezeigt.

Die Kolleginnen fühlten sich in ihrer Überzeugung ermutigt, dass man sehr früh mit der Textproduktion im Primarunterricht anfangen kann, wenn man diesen Prozess vorbereitet, systematisch aufbaut und auch andere Kommunikationsmittel einsetzt.

AG 7: Mehrsprachigkeit im Anfangsunterricht Deutsch als 2. Fremdsprache, geleitet von Frau Galina Tontscheva und Frau Maria Samsardzhieva (Teachertrainerinnen für Deutsch als 2. Fremdsprache des Goethe-Instituts Sofia)

Ziel des Workshops war es, dass die TeilnehmerInnen durch verschiedene handlungsorientierte Methoden die Besonderheiten des Tertiärsprachenunterrichts erkennen und allgemeine Kenntnisse über die Problematik der Mehrsprachigkeit gewinnen. Man knüpfte in den Sitzungen vor allem an zwei Aspekte:

  • die SchülerInnen bringen vom Unterricht in der Muttersprache und in der ersten Fremdsprache Sprachkenntnisse und Sprachbewusstsein in den Deutschunterricht mit. Dieses schon vorhandene Sprachbewusstsein gilt es bewusst zu erweitern.
  • Sie haben schon Erfahrungen mit dem Erlernen einer Fremdsprache gemacht. Auch das schon vorhandene Sprachlernbewusstsein wird im Unterricht Deutsch als 2. Fremdsprache aufgegriffen und erweitert.

Unter Berücksichtigung der Prinzipien des Tertiärsprachenunterrichts wurden seitens der TeilnehmerInnen Unterrichtentwürfe zur Wortschatz- und Grammatik-arbeit angefertigt.
Da es Bedarf an Fortbildung für diese Zielgruppe besteht, wurden Wünsche zur Teilnahme an längeren Seminaren zum Thema Mehrsprachigkeit geäußert und zur Veranstaltung solcher Seminare vor Ort.

AG 8: Lernen mit dem Lehrwerk „Deutsch mit Grips“, geleitet von Frau Roswitha Schmitt (Deutschland)

Ziel des Workshops war die Lehrenden beim Einsatz von kommunikativen, handlungsorientierten und kreativen Unterrichtmethoden durch adäquate Materialien zu unterstützen. Anhand von ausgewählten Beispielen auf unterschiedliche Niveaustufen wurden Unterrichtsmethoden aufgezeigt, die zur Motivation der Lerner beitragen. Kreativität und Kommunikation standen dabei im Mittelpunkt. Man suchte gemeinsam Antwort auf die Fragen:

  • Wie können Jugendliche beim Deutschlernen motiviert werden?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich an, das sprachliche Niveau beim Lernen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen auszugleichen?
  • Wie werden Lernprozesse wirksam?
  • Wie können Lernstrategien vermittelt werden?

Während des Workshops tauschten die TeilnehmerInnen positive und unbefriedigende Erfahrung beim Einsatz von verschiedenen DaF-Lehrwerken aus, stellten Themenbereiche für ein Lehrwerk für fortgeschrittene junge Lerner zusammen und sichteten Angebote kreativer Spracharbeit aus dem Lehrwerk „Deutsch mit Grips“

Auch in diesem Jahr boten die bulgarischen Verlage für deutschsprachige Literatur den TeinehmerInnen ihre Neuerscheinungen an.

Im Rahmen der Tagung wurde auch die Mitgliederversammlung des BDV durchgeführt und am Abend “erteilte” das Kabarett Kabbaratz aus Darmstadt einen besonders amüsanten und attraktiven Frontalunterricht. Dieses unvergessliche Erlebnis verdanken wir auch dem Goethe-Institut Sofia, das das Kabarett eingeladen hat.

Am dritten Tag hielt Frau Violeta Kyoseva (FAR, Bulgarien) ihr Plenarreferat zum Thema: Deutsch als Fremdsprache und Demokratiebildung: Chancen und Potenziale in Bulgarien.

Nach dem Plenarreferat präsentierte Frau Bettina Mickenbecker-Soubai die RALF-Fortbildungskonzeption des Goethe-Instituts und Doz. Dr. Daniela Stoytcheva stellte das Webportal für DaF www.daf-netzwerk.org vor.

Unser tiefster Dank gilt der Österreichenischen Botschaft in Sofia für die Schrimherrschaft der Tagung, Frau Mag. Eva Jambor vom KulturKontakt Austria (KulturKontakt Austria hat Frau Mag. Brigitte Sorger eingeladen und für die Leitung von zwei Arbeitsgruppen gesorgt) und insbesondere dem Goethe-Institut Sofia und seiner stellvertretenden Leiterin Frau Bettina Mickenbecker-Soubai für die große fachliche und finanzielle Unterstützung (GI Sofia hat die Tagung finanziell unterstutzt und für die Leitung von zwei Arbeitsgruppen gesorgt.) Ohne die Unterstützung dieser Institutionen wäre es nicht möglich gewesen, die Tagung zu organisieren und durchzuführen.

Wir danken auch allen Instutionen, Sponsoren und Verlagen, die unsere Tagung unterstützt haben.

Die ausgezeichnete Organisation vor Ort und die erfolgreiche Durchführung der Tagung verdanken wir dem Fremdsprachengymnasium “Petar Bogdan“ und besonders der Direktorin Frau Penka Nenkova und ihrem ganzen Team, der Gemeinde Montana und anderen Sponsoren vor Ort.

Dinko Stratiev

Bilder

 

Die XIII. Jahrestagung des Bulgarischen Deutschlehrerverbandes

01. – 03.April 2004, Schumen

Lebenslanges Lernen: Deutsch für alle

An der Tagung nahmen ca. 200 DeutschlehrerInnen und GermanistInnen aus ganz Bulgarien teil. Nach der feierlichen Eroffnung im Saal der Gemeinde Schumen wurden die TeilnehmerInnen von SchulerInnen der Grundschule ”Ilia R. Blaskov” und des Fremdsprachengymnasiums begrußt.

Darauf hielt Prof. Dr. Hans-Jurgen Krumm (Universitat Wien) das erste Plenarreferat zum Thema: Die Rolle der deutschen Sprache in der erweiterten EU. Folgende sprachenpolitische Zwischenbilanz wurde im Plenarreferat gezogen:

  1. Nach Englisch ist es schwer, Menschen für das Erlernen einer weiteren Sprache zu motivieren – dies gilt erst recht, wenn es sich um Sprachen handelt, die in der Offentlichkeit als schwierige Sprachen gelten, wie z.B. vielfach die Slawischen; das gilt aber auch für eine historisch belastete und vielfach als besonders schwer eingestufte Sprache wie das Deutsche.

Fur das Deutschlernen muss daher geworben, in den Sprachunterricht muss investiert werden.

  1. Will man zum Lernen anderer Sprachen neben Englisch motivieren, ware es gut, mit einer anderen Sprache fruh anzufangen – vor allem, wenn diese Sprache konkret als Nachbar- und Begegnungssprache vor Ort existiert (z.B. in Form von Minderheiten, Touristen, Wirtschafts- und Schulkontakten), um mit Englisch darauf aufzubauen. Das aber gelingt nur, wenn man den Lernenden bzw. ihren Eltern garantiert, dass sie anschließend Englisch lernen und dass die Qualitat des Englischerwerbs nicht darunter leidet, dass sie als zweite Fremdsprache gelernt wird, sondern im Gegenteil davon profitiert.
  2. Da alle Menschen Englisch lernen wollen, tauchen andere Fremdsprachen in Unterrichtsangeboten oft als zweite Sprache neben oder nach Englisch auf, d.h. für die Lernenden, dass sie mit drei Sprachen, der Erstsprache und zwei Fremdsprachen umgehen. Diese individuelle Dreisprachigkeit wird in Zukunft in Europa zur sprachlichen Grundkonstellation aller Burger; in anderen Erdteilen existiert eine solche individuelle Mehrsprachigkeit langst, wir konnen von anderen Landern und Kontinenten lernen, wie man mit einer solchen Mehrsprachigkeit umgeht.
  3. Will man die deutsche Sprache als Fremdsprache fordern, so sollte das nicht als „Kampf gegen Englisch“ geschehen, sondern abgestimmt darauf, dass die Menschen andere Sprachen, z.B. Englisch, schon konnen oder ebenfalls lernen wollen.

Der zweite Tag war für die Sitzungen der Arbeitsgruppen vorgesehen. Wie voriges Jahr fuhrte jede Arbeitsgruppe zwei identische Sitzungen durch (Ausnahme:AG 3 und AG 7). Dadurch konnten alle Interessenten die Sitzungen von zwei Arbeitsgruppen beiwohnen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden im Folgenden dargestellt:

AG 1: Lehrerverhalten und unterrichtliche Interaktion , geleitet von Prof. Dr. Hans-Jurgen Krumm (Universitat Wien)

„Qualitatssicherung“ - dieses Schlagwort und die Fragen: Was ist guter Unterricht? Was macht die gute Lehrerin, den guten Lehrer aus? standen im Mittelpunkt der Diskussionen in der Arbeitsgruppe. In dem Workshop wurden neuere Konzepte der ,Lehrerforschung' in Form von Beispielen und Ubungen erortert; damit konnte der Workshop einen Beitrag leisten zur Verstarkung der „Reflexionskompetenz“, d.h. der Fahigkeit, im eigenen Unterricht nicht festzufahren, sondern sich weiterzuentwickeln.

AG 2: Interkulturelles Training , geleitet von Ljubov Mavrodieva (Goethe-Institut Sofia)

Wie sollte der Unterricht aussehen, damit aus dem Lernen und Erwerben von Fremdsprachen ein Akt des Fremdverstehens wird? Mit Aufgaben, Spielen und Simulationen zur Wahrnehmungsschulung, zur Begriffsbildung und Bedeutungserschließung und zum Kulturvergleich suchten die TeilnehmerInnen nach Antworten auf diese Fragestellung. Methoden der kulturellen Selbst- und Fremderfahrung, die es ermoglichen, das interkulturelle Lernen zum Unterrichtsprinzip zu machen, wurden prasentiert, durchgespielt und diskutiert. Die einzelnen Trainingsphasen zeigten,

  • wie das Verstehen im Fremdsprachenunterricht angebahnt werden kann,
  • wie wir die Schulerinnen und Schuler zu einer multi-perspektivischen Betrachtung anregen konnen,
  • wie wir sie auf eine moglichst konfliktfreie Begegnung mit fremden Kulturen vorbereiten konnen.

AG 3: Innovative Methoden des fruhen Deutschunterrichts, geleitet von Bistra Zaneva, Evgenija Petkova, Iva Dshangosova (Goethe-Institut Sofia)

Auf der Basis des Fortbildungskonzeptes „Lehrer erzahlen und Lehrer im Unterricht“ wurden innovative lernerorientierte Methoden des Deutschunterrichts in der Primarstufe verdeutlicht: Morgenkreis, Lernen an Stationen und Gesprachsmuhle.

In den vorgestellten Arbeits- und Sozialformen stand der Schuler im Mittelpunkt des Lernprozesses. Es wurde festgestellt, dass durch kreative Spiele, Lieder und eine ganzheitliche Unterrichtsplanung die Motivation der Schuler steigt und der Deutschunterricht Spaß und Freude macht.

Am Vormittag wurden die Methoden in Seminarform durchgespielt und kennen gelernt. Am Nachmittag hospitierten die TeilnehmerInnen in der Ilija-Blaskov-Grundschule eine Unterrichtsstunde in der ersten Klasse.

AG 4: Hinsehen – zuhoren – mitgestalten. Soziales Lernen im Deutschunterricht?, geleitet von Dr. Claudia Fischer (Kiel) und Gudula Mebus (Hamburg)

Zuerst stellten sich die Teilnehmer durch vorentlastendes Spiel vor.Als zweites wurde das Programm „Soziales Lernen“ vorgestellt und uber das Thema in Gruppen recherchiert. Themenbereiche wurden aussortiert, thematisch eingeordnet und zusammengefasst. Ergebnisse wurden auf Poster prasentiert.

Als nachster Schritt wurden die Kompetenzbereiche uber ihre Gliederung beim Lernen definiert (Methoden-, Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz). Die TeilnehmerInnen setzten sich in Gruppen damit auseinander.

AG 5: Theaterarbeit im DaF – Unterricht , geleitet von Tina Hoffmann (Deutschland, z. Z. Universitat Schumen)

Grundlage der Arbeitsgruppe war die praktische Theaterarbeit, also die Erarbeitung und das eigene Erproben von Schauspielubungen, Stimm- und Sprechubungen und kleinen Inszenierungen.

Bei der Auswahl der Texte wurde in der Arbeitsgruppe bewusst auf dramatische, d.h. für das Theater geschriebene Texte, verzichtet. Weniger die Erarbeitung eigenstandiger Inszenierungen stand im Mittelpunkt, vielmehr lag der Schwerpunkt auf der Theaterarbeit im Sprachunterricht. Die Inszenierungsubungen basierten daher auf Texten bzw. Aufgaben aus authentischen Lehrmaterialien, die man auch in kurzere Unterrichtseinheiten einbauen konnte. Den TeilnehmerInnen wurde deutlich, dass Theatermachen, unabhangig in welchem Rahmen das passiert, den Schulern ermoglicht, Erfahrungen zu sammeln und neue Moglichkeiten auszuprobieren. Mit Hilfe der Fremdheit, die man durch das Schlupfen in eine andere Rolle erfuhr, konnten Fahigkeiten entwickelt werden, die ein Andersdenken ermoglichten. Wirklichkeit wurde so veranderbar und die Fremdsprache sinnlich-erlebbar.

AG 6: Sofia – Wien um 1900. Eine Erkundung in Projektform , geleitet von Maria Tschokel (Wien, z.Z. Sofia)

Die Beschaftigung mit der Unterrichtsmethode Projektarbeit stand unter dem Motto: „Sofia – Wien um 1900“ im Mittelpunkt, da die Aufbruchstimmung in beiden Hauptstadten zu Vergleichen herausfordert, die sich aber nicht in zwei oder vier Schulstunden erarbeiten lassen.

Also beschaftigte sich die Gruppe nach einem landeskundlichen Video-Einstieg mit den ganzheitlichen Zielen des Projektsunterrichts und den Phasen der Durchfuhrung. Dabei erprobte man teamorientierte Techniken zu Themenfindung, Zielorientierung und Evaluation.

AG 7: „Altenheimen im Geheimen schleimen“. Der handlungsorientierte Ansatz im DaF-Unterricht - Wege zur Kreativitat und Ganzheitlichkeit , geleitet von Albena Stateva (Sofia) und Roger Fornoff ( Deutschland, z.Z. Sofia)

Die abwechslungsreiche Gestaltung des Deutschunterrichts ist eine richtige Herausforderung für die Lehrperson. Der Workshop zeigte Mittel und Wege wie man kreativ und lernerorientiert die fremde Sprache vermitteln kann und dabei selber von der entstandenen Stimmung mitgerissen wird. Die angebotenen Ubungen wiesen auf die Ganzheitlichkeit des Lernprozesses und die Beteiligung aller Sinne in der Fremderfahrung und -wahrnehmung hin und basierten u.a. auf den Methoden der Theaterpadagogik und des kreativen Schreibens.

AG 8: Themen erarbeiten und recherchieren im Landeskunde- und Literaturunterricht , geleitet von Dr. Peter Kistler (Bayreuth)

In den Sitzungen der Arbeitsgruppe ging es um die Auswahl von Schlusselbegriffen zur deutschen und bulgarischen Kultur. Die TeilnehmerInnen ubten mit lebensweltlichen Recherchen, aber auch uber Texte die Herangehensweise an Begriffe, die im Zentrum einer "dichten Beschreibung" stehen konnen. Ziel des Workshops war es, durch verschiedene, im weiteren Sinne ethnographische Techniken Alltag zu erschließen. Dabei war es wichtig, bestimmte Lebenswelten (eingrenzbare Milieus) zu bestimmen und zu beschreiben. Hierbei konnte der kontrastierende Blick auf deutsche und bulgarische Verhaltnisse helfen, den Begriffen Scharfe zu verleihen. Darunter zahlen z.B. die teilnehmende Beobachtung, semantische Begriffsrecherchen, Erstellung von Taxonomien und Formen des Interviews.

AG 9: Kreativ und kommunikativ, interkulturell und international: Projektarbeit im DaF-Unterricht , geleitet von Heinke Behal-Thomsen (Deutschland) und Regine Hartung (Deutschland)

Den TeilnehmerInnen wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Projektideen für ihren Deutschunterricht vor Ort und für internationale Kontakte prasentiert. Danach bekamen sie praktische Hilfen für die Planung und Durchfuhrung von Projekten. Zum Schluss machten sie selbst die Probe aufs Exempel bei der Durchfuhrung eines Miniprojekts.

AG 10: Wie die Worter in Hausern leben. Schreibenlernen unter Berucksichtigung der prosodischen Markierungen des Deutschen durch die Schrift , geleitet von Neli Miteva (Universitat Schumen)

In dieser Arbeitsgruppe wurde eine neue Form der Heranfuhrung der Kinder an die Schrift angeboten, die von der spezifischen Struktur der Silbe als der kleinsten auszugliedernden Einheit gesprochener Sprache ausgeht. Buchstaben sind keine Zeichen für isolierte Laute, sondern für Laute als Elemente bestimmter Silben in Wortern mit bestimmter Gestalt. Wir sprechen und horen keine Laute, sondern Silben als Teile von Wortern.

Die silbenanalytische Methode zum Lesen- und Schreibenlernen, die angeboten wurde, prasentiert den Kindern die Worter nicht als eine Kette von einzelnen Buchstaben in den geschriebenen Wortern. Sie stellt ihnen die Schrift als Zeichensystem vor, dessen Funktion darin besteht, dem Leser Hinweise auf die Artikulation realer Worter zu geben.

Die angebotene Methode zum Lesen- und Schreibenlernen hilft den Kindern, sofort die lautliche Gestalt eines Wortes, die Struktur des Wortes erkennen zu konnen, sie zeigt ihnen, welche Merkmale des gesprochenen Wortes von Bedeutung sind, um es schreiben zu konnen.

Die Prasentation der Schrift in dieser Methode als ein auf Silben bezogenes Zeichensystem ermoglicht es, ein festes Regelsystem zu formulieren, nach dem die Buchstaben beim Schreiben im Wort zu wahlen und zu verteilen sind. Somit erwerben die Kinder beim Lesen- und Schreibenlernen ein Wissen uber den regelhaften Wortaufbau und seine regelhafte Prasentation durch Buchstaben. So basiert der Unterricht nach dieser Methode auf dem Aufbau kognitiver Strukturen und nicht primar auf Gedachtnisschulung.

AG 11: Nationen- und Ethnowitze im interkulturellen DaF-Unterricht. „Sag mir, woruber du lachst, und ich sag‘ dir, wer du bist“ , geleitet von Annegret Middecke (Deutschland, z.Z. Plovdiv) und Stanka Murdzheva (Sofia)

Wie die Sprachkompetenz besitzen alle Menschen auch die sog. Humorkompetenz. In der Humorperformanz (wann woruber gelacht wird) jedoch gibt es kulturelle Unterschiede. Schon deshalb eignen sich humoristische Texte für den interkulturellen DaF-Unterricht. In dieser AG beschaftigten sich die TeilnehmerInnen mit einer konkreten humoristischen Erzahlform, den Witzen – genauer: Nationen- und Ethnowitzen. Dabei ging es im theoretischen Teil zunachst um die Definition von Witzen im Allgemeinen und von Nationen- und Ethnowitzen im Besonderen. Im nachsten Schritt wurde die Problematik von Stereotypen angesprochen: Welche kognitiven, affektiven und sozialen Funktionen haben sie? Wie ist mit ihrer funktionalen Ambivalenz als verstehensfundierend (Denk- und Verhaltensokonomie, Komplexitatsreduktion) auf der einen Seite und als verstandigungs-hemmend (Vorurteile und Diskriminierung) auf der anderen umzugehen? Im praktischen Teil beschaftigten sich die TeilnehmerInnen mit den Moglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Nationen- und Ethnowitzen im interkulturellen DaF-Unterricht.

Auch in diesem Jahr boten die bulgarischen Verlage für deutschsprachige Literatur den TeinehmerInnen ihre Neuerscheinungen an.

Im Rahmen der Tagung wurde auch die Mitgliederversammlung des BDV durchgefuhrt.

Am Abend “unternahmen” die TeilnehmerInnen eine unterhaltsame Reise durch die Geschichte der Tonkunst mit dem Kammerorchester der Varnaer Lehrer, Dirigent Konstantin Kukuschev.

Am dritten Tag hielt Dr. Claudia Fischer (Deutschland) ihr Plenarreferat zum Thema: “Lebenslanges Lernen” als Kompetenzforderung: Wie konnen soziale Kompetenzen durch den Deutschunterricht entwickelt werden. Folgende Thesen wurden aufgestellt:

•  „Lebenslanges Lernen“ (LLL) ist augenblicklich ein Slogan in aller Munde, unter dem alles und nichts verstanden wird. LLL gehort zum Wesen des Menschen, ist also anthropologisch konstant. Ohne LLL wurde weder der einzelne Mensch noch die Gattung leben und uberleben.

•  Lernen ist, guter padagogischer Tradition zufolge, schon immer als Kompetenzforderung verstanden worden (paedeia). Allerdings verandert sich im Lauf der Zeit die Zielrichtung immer wieder, weil auch die gesellschaftlichen Erfordernisse an bestimmte Kompetenzen, der Bedarf einer Gesellschaft nach bestimmten Fahigkeiten und Fertigkeiten sich verandern und je und je verschieden sind. Welchen Bedarf haben modernisierte, individualisierte und globalisierte Gesellschaften?

•  Bildungsinstitutionen, bzw. Lehrkrafte haben die Aufgabe, gezielt Kompetenzen zu identifizieren, weiterzuentwickeln und zu fordern. Heute geht es um die Entwicklung der Fahigkeit der Selbststeuerung, der Eigenverantwortung. Schule soll heutigen Menschen dabei helfen, dass sie ein Radarsystem herausbilden, anstelle eines Kompass.

•  Der herkommliche Fremdsprachenunterricht legt den Schwerpunkt seiner Kompetenzforderung v.a. auf die Forderung der Sach- und Methodenkompetenz.

Am Beispiel der Materialien aus der Heftreihe MITEINANDER LEBEN IN EUROPA wurde gezeigt, wie soziale Kompetenzen im Rahmen des Deutschunterrichts gefordert werden konnen.

Nach dem Plenarreferat wurden aktuelle Informationen im Bezug auf laufende Projekte von Vertretern des Goethe-Instituts Sofia mitgeteilt.

Zum Schluss prasentierte Doz. Dr. Daniela Stoytcheva die Website des BDV.

Unser besonderer Dank geht an Goethe-Institut Sofia, das die Durchfuhrung der Tagung nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell unterstutzt hatte.

Herzlichen Dank auch an die Deutsche Botschaft in Bulgarien, wie auch an KulturKontakt Wien, Korber-Stiftung Hamburg, DAAD und ans Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes.

Die ausgezeichnete Organisation vor Ort verdanken wir dem Fremdsprachengymnasium, dem Instituts für Germanistik und DaF an der Universitat Schumen, der Gemeinde Schumen und besonders Doz. Dr. Ana Dimova.

Dinko Gospodinov, Stara Zagora

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